Die Digitalisierung gilt als Schlüssel zur Modernisierung der Wirtschaft – auch des Gesundheitswesens. Doch im klinischen Alltag zeigt sich ein anderes Bild: Viele digitale Lösungen beschleunigen Abläufe nicht, sondern erzeugen neue Dokumentationspflichten. Die Autorinnen und Autoren des Artikels bringen es auf den Punkt: „Anstelle tatsächlicher Entlastung kommt es aber eher zu einer Überfrachtung mit Dokumentationsprozessen, deren praktischer Nutzen nicht immer nachvollziehbar ist.“
Wenn analoge Probleme digital fortbestehen
Viele Systeme seien nicht auf Effizienz, sondern auf die digitale Abbildung alter Strukturen ausgelegt. Starre Software, fehlende Schnittstellen und unübersichtliche Prozesse würden dazu führen, dass wertvolle Zeit verloren geht – Zeit, die eigentlich für Patientinnen und Patienten gedacht ist, heißt es im Beitrag weiter.
Gleichzeitig machen die Autorinnen und Autoren deutlich, dass echte Entlastung möglich wäre, wenn digitale Werkzeuge konsequent an den Bedürfnissen des klinischen Alltags ausgerichtet würden. Beispiele für echte Zeitersparnis wären die Datenerhebung mittels Diktat und anschließender Umwandlung in Text oder die Erstellung KI-gestützter Arztbriefe.
Wo ungenutztes Potenzial liegt
Darüber hinaus könnten moderne Tools, KI-gestützte Dokumentation oder flexible Arbeitsmodelle tatsächlich auch zu mehr Freiraum führen und damit die gewünschte Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Alle Analysen, Denkanstöße und Beispiele sind im Artikel „Endlich Zeit für Weiterbildung dank Digitalisierung?“ nachzulesen. (© DGOU und BVOU [2026] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2026]. All rights reserved.).



