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Pressemitteilung der GOTS

Katastrophale Auswirkungen von Übergewicht und Überlastung bei Kindern

Arzt misst Bauchumfang bei übergewichtigen Jungen
© Africa Studio / stock.adobe.com

Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen nehmen weltweit dramatisch zu. Bereits eins von vier Kindern ist inzwischen übergewichtig oder gar adipös. Was sind die Ursachen und welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken? Darüber informiert Prof. Dr. Susi Kriemler vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention. Die Expertin der DGOU-Sektion Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) fordert, dass die Vorbeugung so früh wie möglich im Leben der Kinder ansetzten sollte. „Die Dramatik liegt im Tracking. Wenn man als Kind schon übergewichtig ist, dann bleibt das mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Erwachsenen-Alter. Je höher der Body-Maß-Index (BMI) im Kindesalter, desto höher ist das Risiko, dass dies so bleibt", sagt Kriemler.

Übergewicht geht einher mit vielen chronischen Erkrankungen, allen voran gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Fitness sinkt immer weiter, Verhaltensprobleme treten vermehrt auf, Probleme im Bewegungsapparat werden Alltag.

Übergewichtige Kinder haben grundsätzlich einen schlechteren Start ins Leben. Die Fettleibigkeit tritt am häufigsten im Zusammenhang mit körperlicher Inaktivität und falschem Essen und Essverhalten, Ein Teufelskreislauf aus physischen, psychischen und sozialen Problemen beginnt.

Der Hauptgrund liegt, laut Kriemler, in der Gesellschaft. Zucker ist heutzutage für jeden in jeder Menge erschwinglich, während er früher zu teuer war. Dazu kommt die Verbreitung von Fast-Food und Street-Food, das ebenso überall und zu jeder Zeit verfügbar ist. Als weitere Faktoren nennt Kriemler die Medienaffinität und die globale Motorisierung. Was früher im Haushalt oder zur Fortbewegung Muskelkraft erforderte, erledigen heute Computer und Maschinen.

Prof. Kriemler und ihre Kollegen werteten umfassende Literatur aus weltweiten Studien aus. Die Situation ist derart aus dem Ruder gelaufen und das Risiko, ein Leben lang übergewichtig zu bleiben so hoch, dass die Wissenschaftler klar empfehlen, Übergewicht gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sie wollen in der Vorbeugung früh ansetzen: Vor allem Kinder von bildungsfernen Eltern und Kinder, die die heimische Sprache nicht sprechen oder kulturfremd sind, sollten spätestens mit drei Jahren in eine Kinderkrippe/Kindergarten gehen. Nur so würden die Kinder frühzeitig die richtige Ernährung, eine ausreichende und richtige Bewegung erlernen und sozial integriert werden.

Kinderkrippen bzw. Kindergärten müssten Teil des Schulsystems werden, damit am Anfang ihres Lebens alle Kinder die gleichen Chancen bekommen. Das investierte Geld wäre nur ein Bruchteil dessen, was eine Gesellschaft verliert, wenn Arbeitskräfte fehlen, Rücken-, Gelenk-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auftreten und das Gesundheitssystem belasten und die Menschen psychisch und sozial angeschlagen sind.

Quelle: Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)

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