Frailty als relevanter Risikofaktor in der Chirurgie
Frailty ist ein häufiger, jedoch oft unterschätzter Risikofaktor im chirurgischen Kontext. Je nach Setting betrifft sie bis zu 50 Prozent der über 65-jährigen Patientinnen und Patienten. Betroffene weisen häufig Einschränkungen in Mobilität und Muskelkraft auf und haben ein deutlich erhöhtes Risiko für postoperative Komplikationen – darunter Infektionen, kognitive Einschränkungen oder funktionelle Verluste, die bis zur Pflegebedürftigkeit führen können.
Neue Standards für Diagnostik, Therapie und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die neue S3‑Leitlinie gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Erfassung von Frailty, zu präoperativen Maßnahmen wie Prähabilitation sowie zur perioperativen und postoperativen Versorgung. Ein besonderer Fokus liegt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit und individualisierter Entscheidungsfindung. Damit soll das Risiko für Komplikationen reduziert und die Patientensicherheit verbessert werden. Darüber hinaus identifiziert die Leitlinie bestehende Forschungsbedarfe, um die Evidenzbasis für zukünftige Empfehlungen weiter zu stärken.
