Frailty im Fokus

Neue S3-Leitlinie zur perioperativen Versorgung veröffentlicht

Nahaufnahme der fragilen Hände einer älteren Person
© Ai Factory / stock.adobe.com

Das vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte S3-Leitlinienprojekt „FrailtyOP – Perioperative Versorgung von Patient:innen mit Frailty“ ist veröffentlicht worden. Die Leitlinie formuliert erstmals evidenzbasierte Empfehlungen für die Versorgung von Patientinnen bzw. Patienten mit Frailty rund um operative Eingriffe und schafft damit einen strukturierten Rahmen zur Verbesserung der Behandlungsqualität. Die Empfehlungen wurden zwischen 2023 und 2025 von einem interdisziplinären Gremium aus Expertinnen und Experten unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und unter Beteiligung der DGOU erarbeitet.

Frailty als relevanter Risikofaktor in der Chirurgie

Frailty ist ein häufiger, jedoch oft unterschätzter Risikofaktor im chirurgischen Kontext. Je nach Setting betrifft sie bis zu 50 Prozent der über 65-jährigen Patientinnen und Patienten. Betroffene weisen häufig Einschränkungen in Mobilität und Muskelkraft auf und haben ein deutlich erhöhtes Risiko für postoperative Komplikationen – darunter Infektionen, kognitive Einschränkungen oder funktionelle Verluste, die bis zur Pflegebedürftigkeit führen können.

Neue Standards für Diagnostik, Therapie und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die neue S3‑Leitlinie gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Erfassung von Frailty, zu präoperativen Maßnahmen wie Prähabilitation sowie zur perioperativen und postoperativen Versorgung. Ein besonderer Fokus liegt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit und individualisierter Entscheidungsfindung. Damit soll das Risiko für Komplikationen reduziert und die Patientensicherheit verbessert werden. Darüber hinaus identifiziert die Leitlinie bestehende Forschungsbedarfe, um die Evidenzbasis für zukünftige Empfehlungen weiter zu stärken.

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