Was bekommen die Teilnehmenden hier zu sehen, was sie im normalen Kongressprogramm oder im eigenen Klinikalltag so nicht erleben können?
Scheibel: Das Besondere ist die Kombination aus realitätsnahen Operationsaufzeichnungen und der unmittelbaren Diskussion mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten. Wir können entscheidende Operationsschritte anhalten, wiederholen und detailliert analysieren. Die Operateurinnen und Operateure erläutern, warum sie sich in einer konkreten Situation für eine bestimmte Lösung entschieden haben und welche Alternativen es gegeben hätte. Eine solche strukturierte Reflexion eines Eingriffs ist weder im laufenden OP-Betrieb noch in klassischen Kongressvorträgen möglich.
Wer wird als Experte mit dabei sein?
Scheibel: Auch in diesem Jahr konnten wir zahlreiche renommierte Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Spezialgebieten gewinnen. Mit dabei sind unter anderem PD Dr. Christopher Spering aus Göttingen, Prof. Dr. Georgi Wassilew aus Greifswald, PD Dr. Thomas Randau aus Köln, Prof. Dr. Felix Zeifang aus Heidelberg, Prof. Dr. Boris Holzapfel aus München und viele weitere ausgewiesene Expertinnen und Experten aus O&U. Gerade die fachliche Breite macht den besonderen Reiz des Formats aus.
Für welche Zielgruppe ist das Re:Live Surgical Theater besonders interessant?
Scheibel: Grundsätzlich richtet sich das Format an alle operativ tätigen Kolleginnen und Kollegen in O&U. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung erhalten die Möglichkeit, operative Verfahren systematisch kennenzulernen. Gleichzeitig profitieren auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die ihre eigene Technik mit den Vorgehensweisen anderer Expertinnen und Experten vergleich und neue Impulse für den klinischen Alltag gewinnen möchten.
Was macht das Re:Live Surgical Theater aus Ihrer Sicht zu einem besonderen Ausbildungsformat?
Scheibel: Für mich liegt die besondere Stärke in der Praxisnähe und Interaktivität. Wir zeigen nicht nur, wie eine Operation durchgeführt wird, sondern diskutieren auch die Hintergründe der einzelnen Entscheidungen. Oft sind es gerade die kleinen technischen Details, alternative Lösungswege und der offene Austausch über schwierige Situationen, die für die operative Ausbildung besonders wertvoll sind. Gleichzeitig können sich die Teilnehmenden aktiv in die Diskussion einbringen und direkt Fragen stellen. Damit verbindet das Re:Live die Vorteile einer Hospitation im OP mit denen einer wissenschaftlichen Diskussion.
Vielen Dank für das Gespräch.