OUMN-Lesetipp

Zeitenwende in O&U: Ein Fach im Umbruch

Die Kongresspräsidenten der VSOU-Jahrestagung 2026, Prof. Dr. Catharina Chiari und Prof. Dr. Markus Arand, im Gespräch mit OUMN-Redaktionsleiterin Ines Landschek
Die Kongresspräsidenten der VSOU-Jahrestagung 2026, Prof. Dr. Catharina Chiari und Prof. Dr. Markus Arand, im Gespräch mit OUMN-Redaktionsleiterin Ines Landschek © Intercongress

Gesundheitssystem, Arbeitswelt, Ausbildung – Orthopädie und Unfallchirurgie steht mitten in einer tiefgreifenden Umbruchphase. Auf der VSOU-Jahrestagung im April 2026 wurde deutlich: Die „Zeitenwende“ ist nicht nur ein Schlagwort, sondern Realität. Doch wie gelingt es, diesen Wandel nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv zu gestalten? Im Interview – nachzulesen in der aktuellen Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) – sprechen die beiden Kongresspräsidenten Prof. Dr. Catharina Chiari und Prof. Dr. Markus Arand darüber, wie Wandel gelingen kann und welche Verantwortung das Fach dabei trägt.

Wandel gestalten statt reagieren

„Zeitenwende“ lautete das Motto der diesjährigen VSOU-Jahrestagung. Ein Begriff, der für Umbruch steht, aber gleichzeitig auch den Blick nach vorn richtet, auf die nächste Generation. Denn inmitten von tiefgreifenden Veränderungen wie der neuen Krankenhausfinanzierung, dem fortwährenden Fachkräftemangel und der zunehmend alternden Gesellschaft müssen Lösungen gefunden werden, um die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit gut ausgebildetem Personal aufrechtzuerhalten. „Wir dürfen nicht in eine Schockstarre verfallen. Wir müssen aktiv gestalten“, betont Kongresspräsident Prof. Dr. Markus Arand im Interview mit OUMN-Redaktionsleiterin Ines Landschek. 

Zusammenwachsen mit Chancen und Reibungspunkten

Sowohl in Deutschland als auch in Österreich wachsen Orthopädie und Unfallchirurgie weiterhin zusammen – mit Chancen, aber auch mit Reibungspunkten. Kongresspräsidentin Prof. Dr. Catharina Chiari aus Wienbetont: „Wir befinden uns noch mitten im Zusammenwachsen […] viele Prozesse sind noch nicht abgeschlossen.“ Es geht um neue Rollenverteilungen, veränderte Ausbildungswege und die Frage, wie Spezialisierungen – etwa die Kinderorthopädie – gesichert bleiben. Arand ergänzt: „Die fachliche Zusammenführung ist auf einem guten Weg, aber neue Fragen entstehen – etwa: Wer übernimmt künftig welche Aufgaben? Wie gestalten wir die Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung? Das heißt: Wer behandelt künftig wann und wo?“

Erwartungen einer neuen Generation

Im Fokus der VSOU-Jahrestagung stand auch der medizinische Nachwuchs: Bedürfnisse, Werte und Arbeitsrealitäten haben sich verändert. „Junge Ärztinnen und Ärzte erwarten Struktur, Verlässlichkeit und Perspektiven“, sagt Arand. Das betrifft Arbeitszeiten, Weiterbildungskonzepte und die Vereinbarkeit von Klinik und Privatleben.Chiari fügt hinzu: „Viele wünschen sich Sinnhaftigkeit und Identifikation – und unser Fach bietet dafür hervorragende Voraussetzungen.“ Im Zuge des Fachkräftemangels lautet daher die Frage: Wie müssen Kliniken sich verändern, um attraktiv zu bleiben?

Die ausführlichen Perspektiven und Gedanken zu den weiteren großen Zukunftsthemen KI, Ambulantisierung und demografischer Wandel sind im Interview „Zeitenwende aktiv gestalten – Ein Gespräch über Wandel, Verantwortung und Zukunftsperspektiven“ nachzulesen. (© DGOU und BVOU [2026] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2026]. All rights reserved.).

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