PresseDKOU

Was mache ich nach einer Verletzung?

  • Maßnahmen: Bei Muskel- oder Gelenkverletzungen hilft die PECH-Regel.
  • Bei anhaltenden Schmerzen oder belastungsabhängigen Beschwerden sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Alleiniges „Abwarten“ kann ansonsten bei Muskel- und Gelenkverletzungen zu Wiederholungsverletzungen führen.
  • Verletzungen mit großen Blutergüssen sollten sofort ärztlich untersucht werden.

Handwurzelverletzungen:
Durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand kann es zu Handgelenks- und Handwurzelverletzungen kommen. Dabei können Knochen (besonders Speichen- und Kahnbeinbruch) oder die Handwurzelbänder (besonders das Band zwischen Kahn- und Mondbein) betroffen sein.

Häufig werden die Verletzungen bagatellisiert, da sie nicht immer zu stärkeren Beschwerden führen und sich teilweise nur als leichte Schwellung im Handgelenkbereich zeigen. Bei längeren Beschwerden (über eine Woche) ist eine frühzeitige Vorstellung bei einem Experten oder einer Expertin jedoch dringend empfohlen, da komplexe Folgen und gegebenenfalls sogar bleibende Schäden drohen, wenn Verletzungen übersehen werden.

Daumenverletzungen:
Beim Skifahren kann es besonders zu Verletzungen des ellenseitigen Seitenbandes kommen („Skidaumen“). Aufgrund der großen Kraftaufwendung ist oft zusätzlich der umgebenden Kapselapparat betroffen. Verletzungen durch Distorsionen und Überdehnung im Bereich der Gelenkkapsel können langanhaltende Beschwerden sowie Schwellungen hervorrufen und benötigen mitunter sechs bis acht Monate, um sich zurückzubilden.

Bei Verletzungen im Bereich des Daumengrundgelenkes ist es wichtig, dass eine Verletzung des ellenseitigen Seitenbandes frühzeitig diagnostiziert wird.

In der Regel muss eine operative Versorgung nicht im Skiurlaub vor Ort vorgenommen, sondern kann auch beim heimatnahen Spezialisten versorgt werden. Vorab sollte unbedingt die Versicherungssituation geklärt sein.

Bei frischen Brüchen sollte dringend darauf geachtet werden, dass kein geschlossener Gips/Cast angelegt wird, sondern nur eine Schiene oder ein gespaltener Gips. Andernfalls breitet sich die Schwellung nach der Verletzung aus und kann, gerade bei Höhenunterschieden zwischen Wohnort und Skigebiet oder bei Reisen mit dem Flugzeug, gefährliche Folgen haben. Im Fall von zunehmender Fingerschwellung, Gefühlsstörungen in der Hand oder Durchblutungsstörungen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Weitere Informationen gibt es bei Handexperten.com.

Kommt es beim kindlichen Bewegungsapparat zu Verletzungen, handelt es sich bei akuten Fällen meist um Frakturen, insbesondere Frakturen der oberen Extremität. Da Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, müssen in der Kindertraumatologie besondere Regeln und Behandlungsalgorithmen beachtet werden. Deswegen ist es sinnvoll, sich in die Hände eines Kindertraumatologen oder einer -traumatologin oder eines auf dieses Verletzungsmuster spezialisierten Arztes oder Ärztin zu begeben. Nur mit diesen Expertinnen und Experten lassen sich dann altersentsprechende Behandlungsoptionen besprechen und eine kindgerechte Therapie durchführen.

Akute Verletzungen an der oberen Extremität betreffen oft das Handgelenk – hier herrscht ein großes Potenzial für eine konservative Therapie. Bei grob dislozierten Frakturen ist dagegen eine operative Versorgung notwendig. Anders verhält es sich am Ellenbogen – hier besteht nur ein geringes Korrekturpozential, sodass eine operative Versorgung häufig notwendig ist. Frakturen im Bereich der Schulter (proximaler Humerus) haben wiederum ein sehr hohes Remodelling-Potenzial. Dies ist auf die große Potenz der Wachstumsfuge zurückzuführen.

Verletzungen der unteren Extremität sind seltener als die der oberen Extremität. Zu beachten sind auch hier bestimmte kinderspezifische Verletzungsmuster. Insbesondere der knöcherne Ausriss des vorderen Kreuzbandes am Kniegelenk ist hier zu nennen, der einer Avulsionsverletzung der proximalen Tibiaepiphyse entspricht. Eine klassische Kreuzbandruptur ist im Kindesalter selten, tritt aber in den letzten Jahren deutlich häufiger auf. Sie sollte unbedingt im jungen Alter operativ versorgt werden, um Folgeverletzungen (z.B. Meniskusverletzungen) zu vermeiden.

  • Mitglied werden Mitglied werden
  • Kontakt Kontakt