AG Geschlechtersensible Medizin

Zielsetzung

Auf dem Geschlecht basierende Abweichungen von Erkrankungshäufigkeiten und ihren Ausprägungen sind ein häufiges Phänomen in der Medizin. Ursächlich sind grundlegende biologische und soziokulturelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die eine besondere Berücksichtigung des Geschlechts in der Diagnostik und Therapie notwendig machen. Die Geschlechtersensible Medizin ist das Querschnittsfach der Medizin, das diesen geschlechtsbasierten Dimorphismus von Erkrankungen berücksichtigt.

Die AG „Geschlechtersensible Medizin“ in der DGOU möchte zu einer stetigen Verbesserung und Optimierung der medizinischen Versorgung von Männern und Frauen in O&U gleichermaßen beitragen. Sie versteht sich als Plattform zum professionellen Austausch und zur überregionalen Planung von wissenschaftlichen Projekten im muskuloskelettalen Bereich. Die AG bietet die Grundlage, einer bisher internistisch gefärbten Disziplin ein neues Gesicht zu geben, neue Blickwinkel zu schaffen und der Öffentlichkeit die Geschlechtersensible Medizin als essenziellen wissenschaftlichen Querschnittsbereich der Orthopädie und Unfallchirurgie fern von Fragen einer Gleichstellungspolitik zu präsentieren. 

Schwerpunkte:

  • Vernetzung mit weiteren Arbeitsgruppen innerhalb der Fachgesellschaft, um geschlechtsspezifische Aspekte bei sämtlichen Fragestellungen im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie zu integrieren
  • Vernetzung zur Förderung und Planung gemeinsamer Forschungsinitiativen
  • Beteiligung an der Erstellung neuer sowie Überarbeitung bereits bestehender Leitlinien
  • Planung der verstärkten Etablierung der geschlechtersensiblen Medizin in der öffentlichen Wahrnehmung

Leiterin

Dr. Rebecca Sänger
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin
Universitätsmedizin Greifswald
 

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Stellvertretende Leiterin

Dr. Alice Wermke
Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
Universitätsklinikum Leipzig

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Schriftführerin

Dr. Susanna Ostendorf
Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie
Evangelisches Krankenhaus Wesel

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Aktuelles

Neue DGOU-Arbeitsgemeinschaft stärkt die Geschlechtersensible Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie

Gründungssitzung „Geschlechtersensible Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie“ auf dem DKOU 2025 in Berlin

Auf dem diesjährigen Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin stellt die DGOU die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft  „Geschlechtersensible Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie“ vor. Geleitet wird die AG von Dr. Rebecca Sänger (Universitätsmedizin Greifswald), mit Dr. Alice Wermke (Universitätsklinikum Leipzig) als stellvertretende Leiterin und Dr. Susanna Ostendorf (Evangelisches Krankenhaus Wesel) als Schriftführerin.

Ziel der neuen Arbeitsgemeinschaft ist es, die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Diagnostik, Therapie und Prävention systematisch zu erforschen und in die klinische Praxis zu überführen. „Biologische und soziokulturelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen beeinflussen die Entstehung, den Verlauf und die Heilung vieler Erkrankungen. Diese Unterschiede müssen wir in unserem Fachgebiet stärker berücksichtigen – nicht im Sinne von Gleichstellungspolitik, sondern im Sinne einer besseren, individuelleren Medizin“, betont Dr. Sänger.

Die AG versteht sich als interdisziplinäre Plattform für wissenschaftlichen Austausch und gemeinsame Forschungsinitiativen im muskuloskelettalen Bereich. Zu den Schwerpunkten zählen die Vernetzung mit bestehenden DGOU-Arbeitsgruppen, die Beteiligung an Leitlinienentwicklungen sowie die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung geschlechtersensibler Aspekte in Orthopädie und Unfallchirurgie.

Das Programm der Gründungssitzung am 28. Oktober um 10.30 Uhr im Raum M6 auf dem DKOU 2025 spiegelt die Vielfalt des Themas wider:

  • Dr. Rebecca Sänger: „Geschlechtersensible Medizin verstehen – Die AG stellt sich vor“ (Universitätsmedizin Greifswald)
  • PD Dr. Natascha Kraus-Spieckermann: „Schulterverletzungen und -chirurgie: Geschlechtersensible Perspektiven“ (DVSE-Präsidentin, Universitätsmedizin Greifswald)
  • Prof. Dr. Georg Osterhoff:„Gleicher Bruch, ungleiche Behandlung – Gender disparities bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen“ (Ärztlicher Direktor BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin)
  • PD Dr. Lisa Bode: „Sportverletzungen: gleiche Belastung – unterschiedliche Verletzungsmuster“ (Universitätsklinikum Freiburg, Mannschaftsärztin SC Freiburg)

Die geschlechtersensible Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie befasst sich aktuell mit einer Vielzahl relevanter Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem die Auswirkungen von Sexualhormonen auf Verletzungsrisiken, Regeneration und Alterungsprozesse des muskuloskelettalen Systems, die Trainierbarkeit und Leistungsfähigkeit von Athletinnen und Athleten in Abhängigkeit hormoneller Zyklen, sowie die Unterschiede in Schmerzempfinden, Heilungsverläufen und Implantatverträglichkeiten zwischen den Geschlechtern. Auch Verletzungen und Erkrankungen in besonderen Lebensphasen – etwa während Schwangerschaft, Stillzeit oder Menopause – werden zunehmend in den Fokus genommen. Ziel ist es, diese biologischen und funktionellen Unterschiede besser zu verstehen und daraus geschlechtsspezifisch angepasste diagnostische und therapeutische Konzepte für die Orthopädie und Unfallchirurgie abzuleiten.

„Die Geschlechtersensible Medizin betrifft nicht nur Frauen – sie betrifft alle. Männer und Frauen unterscheiden sich in vielen biologischen und funktionellen Aspekten, die für Diagnostik, Therapie und Rehabilitation relevant sind. Diese Erkenntnisse wollen wir in Orthopädie und Unfallchirurgie sichtbar machen und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen“, sagt Dr. Sänger.

Mit der Gründung dieser Arbeitsgemeinschaft setzt die DGOU ein starkes Zeichen für eine differenzierte, evidenzbasierte und zukunftsorientierte Medizin im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie.

Gestalten Sie die Zukunft der geschlechtersensiblen Medizin

Werden Sie Teil der AG Geschlechtersensible Medizin der DGOU und tragen Sie aktiv dazu bei, die medizinische Versorgung für alle Geschlechter gerecht und individuell zu gestalten und unser Fachgebiet zu einer zukunftsfähigen Medizin weiterzuentwickeln. Wenden Sie sich bei Interesse direkt an die AG-Leiterin Dr. Rebecca Sänger.

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