Damit die nächste Mediziner-Generation gut starten kann

Wer schon während des Studiums ins orthopädisch-unfallchirurgische Berufsfeld eintauchen möchte oder als junger Arzt Fragen zur Weiterbildung oder zu Karrierewegen hat – beim Jungen Forum O&U ist man hierzu richtig. Als Organisation des ärztlichen Nachwuchses ist das Gremium Netzwerk und Interessensvertretung zugleich. Sein Ziel ist es, O und U im Sinne der nächsten Mediziner-Generation zu gestalten. Ursprünglich in der DGOU ins Leben gerufen, hat sich die enge Zusammenarbeit mit Vertretern des Berufsverbands BVOU 2016 institutionalisiert. Gemeinsam organisieren die Aktiven unter anderem auch Veranstaltungen wie die Summer School und den Tag der Studierenden auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), um den ärztlichen Nachwuchs jedes Jahr hautnah in O und U hineinschnuppern zu lassen und zu begeistern.

Was junge Ärztinnen und Ärzte am Fach O und U fasziniert und wie der gesellschaftliche Wandel das Arbeitsumfeld beeinflusst, berichten Privatdozent Dr. Manuel Mutschler, Dr. Anna-Katharina Doepfer und Dr. David Merschin. Sie leiten das Junge Forum O&U seit drei Jahren gemeinsam.

© D. Merschin / M. Hauk / DGOU

Was macht das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie attraktiv für junge Medizinerinnen und Mediziner?

David Merschin: Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist ein faszinierendes Fach mit einem breitem Spektrum: von der Prävention bis zur Rehabilitation, von der konservativen Therapie bis zur operativen Versorgung von Schwerverletzten im Schockraum, von der Behandlung von Knochenbrüchen bis hin zu korrigierenden Verfahren. All dies wird von O und U abgedeckt und bietet damit sehr viele Möglichkeiten für die persönliche Berufslaufbahn. Auch die späteren Perspektiven sind sehr vielfältig: Sie reichen von einer universitären Karriere über eine hohe Spezialisierung in Schwerpunktzentren bis hin zu einer Tätigkeit in der niedergelassenen Praxis. All dies macht O und U sehr attraktiv.

© M. Mutschler / M. Hauk / DGOU

Wie sieht denn bei so vielen Facetten eine gute Ausbildung in O und U aus, die den ärztlichen Nachwuchs fit für den klinischen Alltag macht?

Manuel Mutschler: Die Weiterbildung ist sicherlich das dominierende Thema beim Nachwuchs. Die jungen Kolleginnen und Kollegen wünschen sich eine fundierte Weiterbildung mit einem größtmöglichen Bezug zur praktischen Arbeit an den Patienten und im OP. Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, das Spektrum des Faches strukturiert und angepasst an die Bedürfnisse des Einzelnen zu vermitteln. Demgegenüber stehen eine zunehmende Arbeitsverdichtung und Bürokratisierung des ärztlichen Alltages sowie ein Arbeitszeitgesetz, das den Lauf der Weiterbildung grundlegend verändert. All das macht eine Diskussion darüber notwendig, wie die Weiterbildung zukünftig aussehen wird. Wir sehen hierin eine Kernaufgabe des Jungen Forums O&U.

© A.-K. Doepfer / M. Hauk / DGOU

Die Work-Life-Balance ist ein gutes Stichwort. Wie können familiengerechte Arbeitszeiten in O und U aussehen?

Anna-Katharina Doepfer: Das Fach O und U hat immer noch das Image eines nicht-familienfreundlichen Faches – rückblickend sicherlich zu Recht. Allerdings wächst gerade eine neue Generation von jungen Ärztinnen und Ärzten heran, die O und U leben und sich zugleich auch um die Familie kümmern will. Es sind daher einige Veränderungen notwendig, um diesen Spagat zu erreichen. Ein Patentrezept gibt es da sicherlich nicht. Die gedankliche Auseinandersetzung hat aber begonnen, das Thema Familisierung ist in aller Munde. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass auch schwangere Ärztinnen im OP stehen dürfen? Die Initiative „Operieren in der Schwangerschaft“ des Jungen Forums O&U hat wesentlich dazu beigetragen, das zu ermöglichen. Themen wie diese werden wir auch weiterhin gern mitdiskutieren, um neue Impulse beizusteuern.