Warum der DKOU ein Kongress für alle in O und U ist

Jedes Jahr in der dritten Oktoberwoche ist es wieder soweit: Mediziner, Wissenschaftler, Pflegende, Vertreter der Rettungsdienste sowie Physiotherapeuten und Orthopädietechniker kommen nach Berlin. Ihr Ziel: der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU). Mit zuletzt über 11.600 Teilnehmenden ist er deutschlandweit der bedeutendste Kongress im Fach O und U und auch in Europa der größte auf seinem Gebiet. Dank seiner interdisziplinären Ausrichtung bietet der DKOU seinen Besuchern rund 1.800 Fachveranstaltungen, sowohl in der Breite des Faches als auch in der Spezialisierung und Subspezialisierung. Zugleich nutzen viele Teilnehmende den Kongress, um sich mit ihren Kollegen auszutauschen, sich zu vernetzen oder auf einem Rundgang durch die 6.000 Quadratmeter große Industrieausstellung Innovatives zu entdecken.

Was den DKOU in ihren eigenen Augen so einzigartig macht und welche zahlreichen Möglichkeiten er bietet, schildern Prof. Dr. Dr. Werner Siebert und Prof. Dr. Joachim Windolf. Sie sind in diesem Jahr Kongresspräsidenten.

© Intercongress / M. Hauk / DGOU

Was ist das Außergewöhnliche am DKOU, am Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie?

Werner Siebert: Das Besondere an diesem großen national und international beachteten Kongress ist, dass er gemeinsam von Orthopäden und Unfallchirurgen ausgerichtet wird: Sie planen, gestalten und führen die 1.800 themenübergreifende Sitzungen, Kurse und Präsentationen im Schulterschluss durch. Besonders ist auch das sehr breit aufgestellte Angebot an Weiterbildungen, das beispielsweise von Basiskursen zu Untersuchungstechniken am Hüftgelenk über Veranstaltungen zur gelenkerhaltenden Chirurgie für Fortgeschrittene bis hin zu Veranstaltungen zur hochspezialisierten Spitzenmedizin reicht und auch ganz neue Konzepte und Formate bereithält.

Joachim Windolf: Wir haben dem Kongress in diesem Jahr das Motto „Wir sind O&U“ gegeben. Das macht sehr deutlich, dass wir Orthopäden und Unfallchirurgen für ein gemeinsames Fach stehen und gemeinsam mit hoher Expertise Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates in jedem Lebensalter behandeln. Der DKOU ist mittlerweile zum Markenzeichen dafür geworden und stellt in einzigartiger Weise die Vielfalt und das weite Spektrum des Faches O und U dar: in Klinik und Praxis, im OP und im Labor, in der Reha und im Rettungsdienst.

Wie kommt auf dem DKOU zum Tragen, dass die ehemals getrennten Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengewachsen sind?

Windolf: Es gibt in diesem Jahr ein ganz spezielles Jubiläum zu feiern: das 10-jährige Bestehen der DGOU. Dazu richten wir erstmals einen Science Slam mit dem Nachwuchs in unserem Fach aus – keine gewöhnliche Feierstunde: Am Mittwoch werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den vergangenen 10 Jahren ihre Facharztausbildung für O und U absolviert haben, dem Publikum ihre Forschungsschwerpunkte in einem humorvollen, sehr unterhaltsamen Wettstreit vorstellen. Ich persönlich bin schon sehr gespannt darauf.

Siebert: Die Sitzungen werden gemeinsam gestaltet: Orthopäden und Unfallchirurgen beleuchten die Themen aus Sicht ihres Spezialgebietes zum Wohle der Patienten, und auch aus der Perspektive der sich fortbildenden Ärzte. Zudem bietet die Industrieausstellung, sicherlich die größte unseres Faches in Europa, für alle Berufsgruppen im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie die volle Bandbreite an Informationen – alles, was man sich nur vorstellen kann.

© UK Düsseldorf / M. Hauk / DGOU

In diesem Jahr gehen Sie als Kongresspräsidenten in den DKOU. Haben Sie dadurch einen anderen Blick auf den Kongress?

Windolf: Es lag uns am Herzen, dass der DKOU eine Plattform zum interdisziplinären Austausch für alle ist. Dazu haben wir die neuen Formate „DWG meets DKOU“, „DGH meets DKOU“ und „AGA meets DKOU“ auf die Beine gestellt. Zu unseren Programmschwerpunkten Wirbelsäule, Hand, Handgelenke und arthroskopische Chirurgie gestalten die entsprechenden Fachgesellschaften jeweils einen eigenen Thementag – die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie und die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie. Ich hoffe, dass diese Formate so gut bei den Besuchern des DKOU ankommen, wie ich von ihnen begeistert bin.

Siebert: Als Kongresspräsident hat man natürlich einen fokussierten Blick, selbst für die kleinsten Details. Themen, die mir besonders wichtig sind, wie die stärkere Einbindung unserer Sektionen, konnte ich in den Mittelpunkt des DKOU setzen. Ebenso wie die hervorragenden Sitzungen der ASG-Fellows. Das ist ein Stipendienprogramm, das den Austausch von Orthopäden und Unfallchirurgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Kollegen aus den USA, Kanada und Großbritannien seit 40 Jahren pflegt – im besten Sinne international auf hohem Niveau. Auf diese Sitzungen und Vorträge freue ich mich am meisten.

Haben Sie persönlich schon Pläne für die Zeit nach dem Kongress?

Siebert: Ich werde noch bis Ende des Jahres als Präsident der DGOU und DGOOC verschiedene internationale Verpflichtungen wahrnehmen. Im nächsten Jahr stehe ich den Fachgesellschaften als Past President weiterhin für verschiedene Aufgaben zur Verfügung. Nicht zuletzt wird die Arbeit in meiner Klinik, einem EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung, die Zeit sicherlich gut füllen. Privat hoffe ich, mit Beginn des nächsten Jahres auch wieder mehr Zeit für meine Hobbies zu haben und endlich das einstellige Handicap im Golfspiel hinzubekommen.

Windolf: Auch ich werde natürlich bis zum Ende des Jahres noch viele Aufgaben als Präsident der DGU erfüllen und auch in den kommenden Jahren weiter für die DGU aktiv bleiben. Dennoch freue ich mich sehr darauf, nach dem Kongress meinen Patientinnen und Patienten wieder mehr Zeit widmen zu können und wieder öfter im OP zu stehen. Am meisten freue ich mich aber darauf, dann wieder mehr Zeit für meine liebe Frau haben!

Das Interview führte Maria Hauk.

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