Wie das Fach O und U weiter wächst, sich verändern und bewegen wird

Patientenversorgung, Wissenschaft und Weiterbildung – das sind die drei Felder, auf denen die DGOU die Interessen des Faches Orthopädie und Unfallchirurgie vertritt: gesundheits- und berufspolitisch, für klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte genauso wie für Niedergelassene, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende. Welche nachhaltigen Initiativen die DGOU in den 10 Jahren ihres Bestehens auf diesen Gebieten erfolgreich umgesetzt hat und an welchen Projekten sie kontinuierlich weiter arbeitet, hat die Online-Serie zum Jubiläum in den vergangenen Monaten Stück für Stück beleuchtet.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wagen die DGOU-Generalsekretäre Prof. Dr. Bernd Kladny und Prof. Dr. Dietmar Pennig einen Blick in die Zukunft: Wo sehen sie die DGOU in weiteren 10 Jahren? Und welchen Herausforderungen des Faches muss die DGOU in der Zwischenzeit begegnen?

Wie wird sich das Fach O und U Ihrer Einschätzung nach in den nächsten 10 Jahren entwickeln?

Dietmar Pennig: Da ist als erstes der demografische Wandel, den wir im Blick behalten müssen, denn er bringt Veränderungen mit sich, die die Versorgung der uns anvertrauten Patienten betrifft. Die DGOU wird sich in den nächsten 10 Jahren an diese sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen müssen. Dies ist zum einen die Notwendigkeit einer kompetenten und breitgefächerten Notfallversorgung, zum anderen die Spezialisierung mit all ihren Vor- und möglichen Nachteilen.

Und im Hier und Jetzt: Welchen Entwicklungen muss das Fach dabei ganz aktuell begegnen?

Pennig: Das Fach O und U wird die Entwicklung einer soliden Basis im Rahmen der Weiterbildung vorantreiben müssen. Die Gewinnung motivierter Mitarbeiter im ärztlichen und im nicht-ärztlichen Bereich bedarf unserer maximalen Aufmerksamkeit. Dem Personalmangel, insbesondere in der Fläche, muss entschlossen begegnet werden. Die Digitalisierung ist hierbei ein Teilaspekt: Die Erfahrung zeigt, dass jede Form der elektronischen Begleitung zunächst einen Mehraufwand mit sich bringt, bevor sich ein Benefit einstellt.

Wo steht die DGOU Ihrer Meinung nach in weiteren 10 Jahren, dann im zwanzigsten Jahr nach ihrer Gründung?

Bernd Kladny: Die DGOU wird nach 10 Jahren der etablierte Veranstalter des DKOU sein, des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, Europas größtem Kongress auf diesem Fachgebiet. Die DGOU wird ihre Mütter, die leistungsfähigen Gründungsgesellschaften DGOOC und DGU, und die weiteren Fachgesellschaften, die sich den einzelnen Spezialitäten des Faches widmen, im Sinne der deutschen Orthopädie und Unfallchirurgie weiter entwickeln. Zusammen mit dem Berufsverband BVOU werden wir für ein starkes Fach und eine starke Marke „O und U“ sorgen, was wir in der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie DGCH vertreten werden.

Noch einmal zurück in die nähere Zukunft: Welchen Schwerpunkten wird sich die DGOU demnächst widmen – und mit welcher Richtung?

Kladny: Die DGOU muss in der Ausübung ihres Auftrages den engen Kontakt zur gestaltenden Gesundheitspolitik suchen und auch den europäischen Rahmen dabei im Auge behalten. Insbesondere Versorgungsengpässe müssen frühzeitig als Risiko erkannt und im Vorfeld dort adressiert werden. Konkret brauchen wir eine Optimierung der Arbeitsteilung zwischen Fachgesellschaften, BVOU und VLOU. Selbständige Sektionen sind unser Kapital und wir arbeiten an einer starken Identifikation unserer Sektionen und Arbeitsgemeinschaften mit der DGOU.

Das Interview führte Maria Hauk.

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