Dezember 2015

Bernd Vock: Im Einsatz für die Luftrettung

Dr. Bernd Vock © BG Unfallklinik Ludwigshafen

Wie viele Einsätze er mit dem Rettungshubschrauber geflogen ist, kann Dr. Bernd Vock gar nicht genau sagen. In den fast drei Jahrzehnten als leitender Notarzt im Helikopter Christoph 5 waren es unzählige. „Einmal wurde ich sogar liegend mitgenommen“, berichtet er augenzwinkernd. Das war vor 20 Jahren, als er auf seinem Motorrad mit einem Pkw zusammenstieß und dabei schwere Verletzungen davontrug. „Die Arbeit des Unfallchirurgen beginnt schon am Unfallort, nicht erst in der Klinik“ lautet daher sein Grundsatz. Für Dr. Vock ist die Luftrettung eng mit der Unfallchirurgie verbunden.

„Nach dem Unfall wollte ich gleich wieder in der Klinik arbeiten. Allerdings hatte man wohl Sorge, dass die Patienten von meinem noch recht mitgenommenen Anblick verschreckt werden“, erzählt Bernd Vock. Man hört es ihm an, dass er noch immer nicht ganz nachvollziehen kann, dass er damals einfach nach Hause geschickt wurde. Schließlich ist es die Arbeit mit den Patienten, die dem heute 67-Jährigen seit jeher besonders am Herzen liegt. Seine Aufgabe als Arzt sieht er nicht nur darin, ein medizinisches Problem durch eine Operation zu lösen. Für Dr. Vock sind die Gespräche mit den Patienten die eigentliche Herausforderung seiner Tätigkeit als Unfallchirurg und Traumatologe: „Gemeinsam mit einem Patienten, dem der Verlust einer Gliedmaße droht, einen Weg zu suchen und zu schauen, wie seine berufliche und private Zukunft aussehen kann – das ist es, was mir Freude bereitet.“

Von der Mathematik in die Medizin
Dabei ist Bernd Vock ursprünglich diplomierter Mathematiker. Zur Medizin fand er erst durch seine Frau, die sich damals für ein Medizinstudium eingeschrieben hatte. „Als ich sie zur Vorbereitung von Prüfungen abgefragt habe, konnte ich quasi nebenbei schon einmal in das Fach ‚reinschnuppern‘. Das hat mein Interesse geweckt“, erinnert er sich. „Und das räumliche Vorstellungsvermögen eines Mathematikers ist durchaus auch für einen Unfallchirurgen von Nutzen.“

Verdienstmedaille für sein Engagement
Dr. Vock arbeitet seit 30 Jahren an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen. Hier leitet er die Sektion Akuttraumatologie und Notfallmedizin. Zum Ende des Jahres wird er in den Ruhestand gehen. Für seine beruflichen Leistungen wurde Dr. Vock im November mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Er sei Unfallchirurg und Notarzt aus Leidenschaft und Berufung und habe die Trauma- und Notfallversorgung in der Region auch in seinem Nebenamt als leitender Hubschrauberarzt mit viel Herzblut und Engagement mitgestaltet, hieß es in dem persönlichen Grußwort des rheinland-pfälzischen Innenministers.

Diese Worte der Anerkennung wischt Dr. Vock mit dem ihm typischen Understatement zur Seite: „Ach was, ich bin ein ganz normaler Unfallchirurg. Ich habe nichts Besonderes geleistet – eben nur lange gearbeitet und mein Herzblut eingebracht“, sagt er – und blickt mit einem Hauch Wehmut auf seinen letzten Christoph-5-Einsatz im Dezember.

5 Fragen an Dr. Bernd Vock

Warum sind Sie Unfallchirurg geworden?
Die Unfallchirurgie ist viel mehr Handwerk als andere medizinische Fächer. Zudem kann man hier mit bloßem Auge deutlich das Ergebnis seiner Arbeit sehen.

Was finden Sie besonders spannend an Ihrem Beruf?
Als junge Mediziner mussten wir damals wesentlich früher schwerere Aufgaben übernehmen und diese dann eigenverantwortlich lösen. Davon habe ich sehr profitiert. Natürlich war man damit auch einmal überfordert. Diese Herausforderung dennoch zu meistern und das Problem zu lösen, ist ein gutes Gefühl. Stress habe ich dabei nie kennengelernt.

Auf welche Erfahrung in Ihrem langen Berufsleben blicken Sie besonders gern zurück?
Es gab viele bewegende Begegnungen mit Patienten. Ich erinnere mich beispielsweise an einen dankbaren Patienten, der mir zu einer Kontrolluntersuchung Gebäck mitbrachte. Neben dem Operieren werde ich solche Situationen sehr vermissen.

Womit werden Sie Ihre Zeit im Ruhestand verbringen?
Ich werde wieder öfter mit meiner analogen Fotoausrüstung unterwegs sein und alles aufnehmen, was mir an Interessantem vor die Linse kommt. Die Fotos entwickle ich dann zuhause in meiner Dunkelkammer. Meine andere große Leidenschaft sind Motorräder. Ich bastele gern an den Maschinen und liebe es genauso, damit durch meine Heimat, die Bergregion, zu fahren.

Was möchten Sie angehenden Unfallchirurgen mit auf den Weg geben?
Bevor man sich für die Unfallchirurgie entscheidet, sollte man gut abwägen, ob man das wirklich will. Denn man kann in diesem Beruf für sich und für die Patienten nur erfolgreich sein, wenn man viel Zeit investiert, um die notwendigen Erfahrungen zu sammeln.

Kontakt

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailMaria Hauk
Tel.: 030 – 340 603 604

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailBarbara Singh
Tel.: 030 – 340 603 611

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