12.04.2019

Lesetipp

Die Attraktivität der Lehre für O und U erhöhen

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Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Chirurgen gehen in den nächsten zwei Jahren etwa die Hälfte aller niedergelassenen Chirurgen und mehr als ein Drittel der Chirurgen im Krankenhaus in Rente – ein Nachwuchsmangel ist absehbar. Was lässt sich dagegen tun? Wie lassen sich Studierende für das Fach O und U begeistern? In der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ ist jetzt ein Artikel erschienen, der Denkanstöße zur Steigerung der Attraktivität des Fachgebiets gibt.

Für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie gibt es zu wenig Bewerber – auch an der Universität Leipzig. Um diesen Zustand zu verändern, sind alle gefragt: Begeisterungsfähige Studierende ebenso wie engagierte Dozenten. Doch wie lassen sich junge Wissenschaftler motivieren? Welche Probleme müssen aus dem Weg geräumt werden? Dr. Marie Samland vom Jungen Forum O und U hat Prof. Dr. Andreas Roth zur aktuellen Situation der Lehre in O und U am Universitätsklinikum Leipzig interviewt.

An Engagement und Lehrangeboten würde es nicht mangeln, sagt Prof. Roth. Im Gegenteil: Jedes Semester gäbe es ein breites Spektrum an Wahlfächern in O und U, allerdings würde es nur wenige Bewerber dafür geben. „Wo bleibt die Neugier?“ Der Bereichsleiter für Endoprothetik/Orthopädie beschäftigt sich schon lange mit dieser Frage. Mehr auf einander zugehen, wäre ein guter Ansatz, sagt Roth.

Laut einer Umfrage, die 2017 von der Dresdner Kreisärztekammer unter Dresdner Medizinstudierenden im 5. Jahr durchgeführt wurde, gehörte O und U zum gefragtesten Weiterbildungsfach. Später im Praktischen Jahr (PJ) entscheiden sich allerdings viele gegen eine chirurgische Weiterbildung – wegen der enormen physischen und psychischen Belastung. Nicht das Fach wäre unattraktiv, sondern die Arbeitsbedingungen, sagt Samland. Um dem entgegenzuwirken, schlägt die Assistenzärztin am Universitätsklinikum Leipzig als ersten Schritt vor, den Studierenden schon während des PJ Mentoren zur Seite zu stellen, die die Studierenden alle namentlich kennen, auf den OP-Plan schreiben und vor allem wertschätzen. Denn der Nachwuchs müsse nicht nur angeworben, sondern auch gehalten werden. Nur wenn sich alle Beteiligten verantwortlich fühlen und mit anpacken, könne die Nachwuchssituation verbessert werden.

Der unterschiedlichen Blickwinkel zum Nachwuchsproblem sind im OUMN-Artikel „Wo bleibt die Neugier“ nachzulesen. 

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