19.02.2018

Lesetipp

Mehr Forschung in der Fachgesellschaft

© OUMN / DGOU

Gute klinische Studien in Orthopädie und Unfallchirurgie sind in Deutschland bislang rar: Der bürokratische Aufwand ist hoch und nur wenige Patienten erklären sich zur Teilnahme bereit. Wie kann die Forschung in O und U besser angeregt und koordiniert werden? Um diese Frage zu diskutieren, hatte die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) im November zur Zukunftswerkstatt geladen. DGOU-Vertreter und Experten aus Wissenschaft und Gesundheitsversorgung entwickelten hier gemeinsam eine Strategie, um die Forschung mit einer verbesserten Infrastruktur stärker zu fördern. In der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) ist hierzu jetzt ein Bericht erschienen.

Ob Arthrose, Osteoporose, Rückenschmerzen oder Trauma – die zahlreichen orthopädisch-unfallchirurgischen Themen müssen systematisch und wissenschaftlich untersucht werden, damit die Erkenntnisse die Qualität und die Sicherheit in der Versorgung von Patienten verbessern können. In der Zukunftswerkstatt wies DGOU-Präsident Prof. Dr. Joachim Windolf auf das grundsätzliche Problem in der deutschen Forschungslandschaft hin, das sich in der Infrastruktur an Universitäten und Krankenhäusern zeige, sowie am mangelnden Personal für Studien, der erforderlichen Technik und der Studienkultur.

Wie können diese Hürden gemeistert werden? Was kann die DGOU als wissenschaftliche Fachgesellschaft dazu beitragen? Die Experten waren sich einig, dass es hierzu einer Gesamtstrategie mit vielen kleinen Schritten bedürfe: angefangen bei einer besseren Ausbildung des medizinischen Nachwuchses für die klinische Forschung bis hin zu einem Studienfonds, der klinische Studien fördert. Die DGOU könnte hierfür eine verbesserte Infrastruktur schaffen, beispielsweise mit einem eigenen Studienzentrum, das Knowhow zur Verfügung stellt und dabei unterstützt, Fördergelder zu akquirieren und so die Studienlandschaft zu stärken.

Auch die Vernetzung bereits bestehender Register der Fachgesellschaften und deren Erweiterung um Routinedaten der Krankenkassen könnte hierfür eine wichtige Basis sein. „Über Register erhält man eine umfangreiche Datenbasis, darauf kann man gut eine Studie aufsatteln“, sagte Prof. Dr. Ingo Marzi, ehemaliger DGOU-Präsident.

Welche weiteren Punkte auf der Zukunftswerkstatt diskutiert wurden und welche Modelle der Finanzierung von Wissenschaft und Forschung im Raum stehen, sind im OUMN-Artikel „Wie viel Wissenschaft braucht die Fachgesellschaft?“ nachzulesen.

Kontakt

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailMaria Hauk
Tel.: 030 – 340 603 604

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailStefanie Schnarr
Tel.: 030 – 340 603 611

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