18.12.2017

Lesetipp

Reform der Weiterbildung: Wer braucht noch den Allgemeinchirurgen?

© OUMN / DGOU

Ärzte können sich auch weiterhin zum Allgemeinchirurgen weiterbilden lassen, so die Entscheidung auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag in Freiburg. Doch wie sinnvoll ist eine Generalisierung in der Weiterbildung bei gleichzeitiger Spezialisierung in der Patientenversorgung? Diese Frage wird in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) mit Blick auf die Qualität in der Patientenversorgung beleuchtet.

Auf dem Deutschen Ärztetag 2017 hat sich die Mehrheit der Delegierten für den Erhalt der Fachkompetenz Allgemeinchirurgie ausgesprochen. Die chirurgischen Fachgesellschaften, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), haben diese Entscheidung bereits im Vorfeld kritisiert – unter anderem weil die generalisierte Weiterbildung zum Allgemeinchirurgen nicht mit den Versorgungsstrukturen in Deutschland vereinbar sei. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz hat der Gesetzgeber 2016 einen Impuls für eine stärkere Zentralisierung und Spezialisierung gesetzt. Viele Kliniken haben diese Entwicklung auf der Ebene der Fachabteilungen bereits umgesetzt, und die Orthopädie mit der Unfallchirurgie sowie die Allgemein- mit der Viszeralchirurgie zusammengeführt.

In dem OUMN-Beitrag wird die Frage aufgeworfen, ob es vor diesem Hintergrund nicht angebracht sei, auch in der Weiterbildung eine entsprechende Fachspezialisierung voranzutreiben. Das Fazit: Mindestmengen, Facharzt-Standard, juristische Aspekte und die Ambulantisierung in der Medizin lassen es unmöglich erscheinen, dass ein zukünftiger Allgemeinchirurg auf allen Gebieten des chirurgischen Faches umfassend weitergebildet und damit eine inhaltliche Verbesserung und Präzisierung der allgemeinchirurgischen Kompetenz erreicht wird. „Ein Chirurg, der einen Darmkrebs exzellent operiert, kann nicht genauso erfahren in der Operation eines Hüftgelenkes sein“, geben die Autoren Prof. Dr. Fritz-Uwe Niethard, ehemaliger DGOU-Generalsekretär, und Dr. Jürgen Malzahn vom AOK-Bundesverband zu bedenken.

Der Beschluss zur Facharztkompetenz Allgemeinchirurgie und seine Hintergründe wird im OUMN-Artikel „Weiterbildung und Versorgungsstrukturen“ kommentiert. 

Kontakt

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailMaria Hauk
Tel.: 030 – 340 603 604

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailStefanie Schnarr
Tel.: 030 – 340 603 611

Geschäftsstelle

Weitere Ansprechpartner

© Andrey Popov / Fotolia / DGOU
© OUMN / DGOU
© DKOU / DGOU