18.12.2013

Summer School 2013

Wissen! Können! Machen! Die Summer School 2013 in Köln-Merheim

Die 5. Summer School der DGOU fand unter dem Motto „Wissen! Können! Machen!“ vom 23. bis 24. September 2013 in Köln-Merheim statt. Insgesamt 30 ausgewählte Studierende zwischen dem 5. und 12. Semester waren eingeladen, um ein zweitägiges Intensivprogramm aus Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen rund um das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie zu durchlaufen.

„Ziel der Summer School ist es, vor allem mit den Studierenden in Kontakt zu treten“, beschreibt Prof. Dr. Bertil Bouillon, der die wissenschaftliche Leitung mit Prof. Dr. Henning Windhagen aus Hannover in diesem Jahr übernahm. „Es ist wichtig zu wissen, was junge Studierende für Fragen an die Orthopädie und Unfallchirurgie haben, um das Fach in die Zukunft zu sichern und somit den Ideen und Vorstellungen nächster Generationen zu entsprechen.“ Dazu war ausreichend Gelegenheit: Denn neben dem traditionell ausgiebigen Angebot an praktischen Übungen lag der Schwerpunkt in diesem Jahr vor allem auf der intensiven und persönlichen Interaktion zwischen Teilnehmenden und bereits ausgelernten Ärzten.

Ein weiteres Ziel bestand darin, die Bandbreite der Orthopädie und Unfallchirurgie darzustellen und den Studierenden so die Faszination des gemeinsamen Faches zu vermitteln. Dafür sorgten 26 Instruktoren und Ärzte aus den beiden Universitätskliniken, einem benachbarten Regelversorger, dem Ausschuss Junges Forum der DGOU sowie aus dem Forschungsinstitut IFOM der Universität Witten-Herdecke. Damit konnte innerhalb der zwei Veranstaltungstage nahezu eine „Eins-zu-Eins“-Betreuung erzielt werden.

Programminhalt

Den Auftakt der Veranstaltung bildeten, neben einem Kurzvortrag über die „Faszination Orthopädie/Unfallchirurgie“, interaktive Diskussionsrunden zu den Themen Karriere, Familie und Forschung in Orthopädie/Unfallchirurgie. Jede Diskussionsrunde wurde von fünf für das jeweilige Thema besonders qualifizierten Instruktoren begleitet, die den Fragen der Studierenden Rede und Antwort standen. Hierbei bildeten sich zu allen Themen interessante und sehr lebhafte Diskussionen. „Gerade als Frau stelle ich mir oft die Frage, ob ich den körperlichen Anforderungen einer Orthopädin und Unfallchirurgin gewachsen bin und ob eine Familienplanung in diesem Fach ohne weiteres möglich ist“, erläuterte eine Studentin im 6. Semester an der Universität Witten-Herdecke. „Es war toll, sich einmal diesbezüglich mit bereits qualifizierten Fachärztinnen auszutauschen zu können.“

Den Schwerpunkt des ersten praktischen Übungsblocks bildete die initiale Schockraumtherapie des Schwerverletzten. Hierfür wurden in Anlehnung an das ATLS®-Konzept drei praktische Übungsstationen in Kleingruppen von maximal fünf Studierenden durchlaufen: In der Station „Airway“ wurden die Sicherung des Atemweges am Phantom sowie Ersatzstrategien beim schwierigen Atemweg demonstriert und mit den Teilnehmern geübt. „Breathing“ lautete die zweite Station, die auf die Vermittlung der Grundlagen des Thoraxtrauma und das entsprechende Erkennen in der bildgebenden Diagnostik zielte. Schließlich folgte als dritte Station „Circulation“, welche die Kenntnisse der Identifikation von Blutungsquellen inklusive der Demonstration einer FAST-Sonographie und Strategien zur Minimierung des Blutverlustes und Volumenersatzverfahren vermittelte. „Unsere Absicht ist es, den Teilnehmern ein Gefühl für die handwerklichen Anforderungen und Fähigkeiten in der Orthopädie und Unfallchirurgie zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich ausgiebig selbst daran zu probieren“, ergänzt Dr. Manuel Mutschler, Organisator der diesjährigen Summer School, die Intention der praktischen Einheiten.

Dies wurde besonders in den ersten praktischen Einheiten beherzigt, denn diese vermittelten die Grundprinzipien der Osteosynthese an einer der häufigsten Frakturen – der proximalen Femurfraktur. Jeder Studierende hatte die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Osteosyntheseverfahren an einem Modell durchzuführen. So wurde an einer Station die dynamische Hüftschraube und an einer weiteren Station die Implantation eines Femurnagels anhand eines Lehrvideos demonstriert und anschließend mit den Instruktoren praktisch umgesetzt. „Natürlich hat man diese Dinge schon einmal im Studium angesprochen und in der Klinik gesehen“, resümiert Till, Teilnehmer und PJler aus Dresden, die Erfahrungen des ersten Tages. „Aber so etwas noch einmal Schritt für Schritt erklärt zu bekommen und so ausgiebig üben zu können – das ist eine tolle Sache!“

Abgerundet wurde der erste Veranstaltungstag durch einen gemeinsamen „Festabend“ in der „Alten Scheune“ auf Gut Wistorfs. Hier hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre untereinander auszutauschen und bis spät in die Nacht Fragen zu stellen, die unter vier Augen besser besprochen werden konnten.

Als Übergang vom ersten, traumatologisch geprägten Veranstaltungstag, eröffnete David Behre, Bronzemedaillen-Gewinner der Paralympics in London 2012, den zweiten, stärker orthopädisch geprägten Veranstaltungstag. In einem lebhaften Vortrag berichtete er seinen Weg von einem schweren Unfall mit einer traumatischen, beidseitigen Unterschenkelamputation bis zum Leistungssportler als „Blade Runner“, über seine Teilnahme an Weltmeisterschaften und den Paralympics, sowie den Stellenwert der medizinischen Behandlung und Betreuung in seinem Werdegang.

Anschließend konnten die Studierenden in die großen Bereiche der Endoprothetik und Arthroskopie hineinschnuppern. So stand für die nächsten Stunden auf dem Programm, Hüft- und Knieendoprothesen in Kunstknochen zu implantieren. Darüberhinaus hatten die Studierenden die Möglichkeit, an Simulationsgeräten der Schulter- und Kniegelenksarthoskopie ihre praktischen Fähigkeiten zu testen und kleinere Eingriffe durchzuführen.

Abgerundet wurde das Programm des zweiten Tages durch einen Bewerbungs-Workshop unter der Leitung von Prof. Henning Windhagen, in dem ein klassisches Bewerbungsgespräch mit einem Teilnehmer simuliert wurde. Anschließend wurde mit allen Teilnehmern über die Bewerbungssituation diskutiert sowie Feedback und Tipps zur eigenen Bewerbung mitgegeben.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Seminar zum Thema Kommunikation in Orthopädie und Unfallchirurgie, in dem Vorurteile der Orthopädie und Unfallchirurgie diskutiert und zahlreiche Hinweise und Ratschläge zur Interaktion mit Patienten und Kollegen erarbeitet wurden.

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