16.12.2019

Lesetipp OUMN

Wissen und Werte – Die Medizin braucht immer beides

© I. Landschek

Wann sind ethische Grenzen überschritten? Wie lauten die medizinischen Grundprinzipien und wie ist es um diese bestellt? Müssen die Werte in der Medizin in der heutigen Zeit mehr denn je verteidigt werden? Von diesen Punkten sind die drei Kongresspräsidenten nicht nur jeden Tag in ihrem Arbeitsalltag umgeben, auch zur Vorbereitung auf den diesjährigen Kongress haben sie sich intensiv mit diesen Fragen befasst. Im Interview erläuterten sie, wie sie das Kongressmotto „Wissen braucht Werte“ jeweils verstehen und geben ihre Sicht auf die aktuelle Lage in Kliniken und Praxen in O und U wieder. Das Gespräch ist jetzt in der frisch erschienenen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ nachzulesen.

Was sagt ein Kongressmotto über den Zustand des Berufsethos aus? Erfährt der Arztberuf durch die steigende Ökonomisierung einen Wandel? In einer Art Bestandsaufnahme schildern die Präsidenten des DKOU 2019, welche Werte als Mediziner unverzichtbar sind. Die Beschreibungen fallen verschieden aus und ähneln sich doch strukturell. Bei Prof. Dr. Paul A. Grützner etwa rangiert das Arzt-Patienten-Verhältnis an vorderster Stelle. Dr. Möller nennt die ärztliche Zuwendung bestehend aus „Empathie und Zeit“ als obersten Grundwert, insbesondere auch deswegen, weil Schmerz als „Leitsymptom“ © OUMNdes Fachs fungiere. Prof. Dr. Carsten Perka sieht sich bereits bei Ankunft und Vorstellung eines Patienten in der Ambulanz mit „Wertefragen“ konfrontiert. Die Ökonomisierung der Medizin lässt die eigentlich angestrebte Behandlungsform oft nicht mehr allumfassend zu, sind sich alle einig. „Es wird nicht mehr vergütet, wenn man sich um den Patienten kümmert, sondern nur das, was man mit ihm macht“, beanstandet Grützner.

Parallelen hierzu gibt es in der Weiterbildung. Hierfür wird nicht ausreichend investiert. Eine sorgfältige Anleitung koste viel Zeit und Geld, gibt Perka zu bedenken. Auf föderaler Ebene gebe es aber bereits für die Weiterbildung in der Praxis einen großen Schritt nach vorn, merkt Möller – in der Hoffnung auf eine bundesweite Umsetzung – an: in der Pfalz wird diese seit wenigen Monaten mit 2.400 Euro pro Monat entlohnt.

Weitere Positionen zur Werte-Entwicklung im Fach O und U sind dem kompletten Interview „Werte in der Medizin“ in der OUMN (© DGOU und BVOU [2019] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2019]. All rights reserved.) zu entnehmen.

Autor:  Angelika Julius

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