Hansjörg Heep: O und U vereint Theorie und Handwerk

© J. Rolfes

Privatdozent Dr. Hansjörg Heep ist Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des St. Josef Krankenhaus Werden im Verbund des Universitätsklinikums Essen. Als ehemaliger Hockeyspieler und deutscher Vizemeister kennt er sich mit den Funktionen des Stütz- und Bewegungsapparats bestens aus und hat sich auf den Bereich Endoprothetik für Hüft- und Kniegelenke spezialisiert. Seit 2005 ist der gebürtige Heidelberger Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), seit 2011 in der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und seit der Gründung 2008 Mitglied der DGOU. Hier setzt er sich als stellvertretender Leiter im Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung der DGOU für die Belange der ärtzlichen Weiterbildung und des medizinischen Nachwuchses in O und U ein.

Warum sind Sie Facharzt für O und U geworden?

Hansjörg Heep: Durch eine Knorpelverletzung bin ich im Alter von 15 Jahren erstmalig mit der Orthopädie in Berührung gekommen und in der Folge durch eine Sportverletzung mit der Unfallchirurgie. Damals hat mich ein Chefarzt durch seine umsichtige wissenschaftlich begründete Entscheidung vor einer Behandlung bewahrt, die sich später als völliger Fehlschlag erwiesen hätte. Zu dem Zeitpunkt befand ich mich im PJ und wechselte damals in das Wahlfach Orthopädie. Da die Stellensituation Anfang der 90er Jahre noch sehr übersichtlich war, hatte ich erst in der Chirurgie angefangen, um dann über die Unfallchirurgie, und nach der Zusammenlegung der Fächer, meine Weiterbildung in der Orthopädie abzuschließen. Der Kreis war geschlossen und ich habe es nie bereut. Meine chirurgischen, traumatologischen und orthopädischen Lehrer haben mich in meinen Entscheidungen immer unterstützt und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Können Sie sich noch an Ihre erste orthopädische Behandlung oder operativen Eingriff erinnern?

Hansjörg Heep: Diese war in meinem ersten chirurgischen Dienst. Ich konnte erleben, wie ein erfahrener Kollege aufgrund seines klinischen Blickes schnell und trotzdem einfühlsam bei einem Kind eine Radiusköpfchen-Luxation mittels des Chassaignac-Manövers behandelte. Die Veränderung, die das Kind durchmachte, war so eindrucksvoll, dass Kinder mit Verletzungen seitdem immer bevorzugt behandelt werden.

Was geben Sie zukünftigen Orthopäden und Unfallchirurgen mit auf den Weg?

Hansjörg Heep:
Bei allen zunehmenden technischen Möglichkeiten sind und bleiben die klinische Untersuchung, die empathische Zuwendung und die Kommunikation mit den Patienten der Schlüssel für eine erfolgreiche partizipative Behandlung. Durch die Zusammenlegung von Orthopädie und Unfallchirurgie sind zwei Mentalitäten aufeinandergetroffen, die in den Therapien von konservativ bis operativ und von theoretisch bis handwerklich in diesem größten chirurgischen Fach eine Bereicherung darstellt, die nur in wenigen Fächern zu finden ist.

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