PresseDKOU
Experten-Interview

Patiententag auf dem DKOU: Jeder verdient Mobilität

Ältere Patienten machen Übungen zur Prävention auf dem DKOU.
© T. Tanzyna / Intercongress

Auf dem DKOU findet jährlich ein Patiententag statt. Dabei stehen Informationen und Bewegung im Mittelpunkt: Namhafte Expertinnen und Experten informieren über das Neueste vom Kongress, zu Arthrose, Osteoporose, Rückenschmerz sowie aktuelle Behandlungsmethoden und geben Tipps zum Umgang mit Krankheit und Verletzungsfolgen. Die Patientenveranstaltung wird von DGOU und BVOU in Kooperation mit der Deutschen Rheuma-Liga Berlin organisiert. Was die Teilnehmenden dieses Jahr am 26.10.2023 erwartet, berichten die Leiter des wissenschaftlichen Programms im Interview.

Warum ist ein Patiententag wichtig und welchen Schwerpunkt gibt es in diesem Jahr?

Prof. Dr. Ralph Gaulke: Patientinnen und Patienten haben hier die einmalige Gelegenheit, von führenden Expertinnen und Experten aus der Orthopädie und Unfallchirurgie etwas über die neuesten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden verständlich und aus erster Hand zu erfahren. Der Schwerpunkt des diesjährigen Patiententages liegt auf der Volkskrankheit Osteoporose. In den Pausen stehen die Fachleute auch für persönliche Fragen gerne zur Verfügung.

Wer sollte den Patiententag nicht verpassen?

Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer: Unser Aktionstag ist für alle Patientinnen und Patienten von Bedeutung, die sich für die eigene Gesundheit und das Verständnis ihrer Erkrankungen unseres Fachgebiets interessieren. Er ist auch für die Angehörigen von Nutzen, die lernen möchten, wie sie ihren Lieben am besten helfen können. Und nicht zu vergessen: DKOU-Kongressbesucherinnen und -besucher können ebenfalls von der Veranstaltung profitieren, da sie authentisch zu hören bekommen, wie Betroffene ihre Erkrankungen wahrnehmen und welche Fragen und Anliegen ihnen wichtig sind.

Warum ist es wichtig, dass auch Angehörige lernen, den Betroffenen zu helfen?

Prof. Dr. Steffen Ruchholtz: Angehörige übernehmen häufig einen wichtigen Teil der Behandlung, denn sie betreuen die Erkrankten ja meist unmittelbar mit. Das gilt vor allem für die Zeit außerhalb der Klinik. Insbesondere wenn krankheits- oder altersbedingt nicht alle wesentlichen Aspekte der Behandlung verstanden wurden, können gut aufgeklärte Angehörige Nachfragen der Patientinnen und Patienten beantworten und diese im Alltag besser unterstützen. Angehörige sind oft die ersten, die neben den Betroffenen selbst mögliche Verschlechterungen erkennen. Sie können dann bei der Einleitung der nächsten Schritte unter die Arme greifen, etwa bei der Wiedervorstellung ärztlicherseits. In die Behandlung eingebundene und gut informierte Angehörige tragen einen entscheidenden Anteil zur schnellen und sicheren Genese bei.

 

Was können die Besucherinnen und Besucher des Patiententages direkt vor Ort lernen und ausprobieren?

Prof. Dr. Maximilian Rudert: Sie werden direkt vor Ort praktische Übungen absolvieren und prinzipiell von geschultem Personal unter Kontrolle erlernen können. Es ist eine riesige Chance, den sinnvollen Umgang mit moderaten sportlichen Übungen und deren Effekte auf den Körper und die Gelenke zu erfahren. Wem das eine oder das andere gefällt und noch nicht bekannt war, kann es gerne mit nach Hause nehmen, um auch dort mit Übungen fortfahren zu können. Bewegung ist Leben. Und jeder hat aus meiner Sicht ein Recht auf Mobilität. Diese gibt es aber nicht umsonst, sie muss trainiert werden.

Wie können Fachärztinnen und Fachärzte für O und U dabei unterstützen, den Tag unter ihren Patientinnen und Patienten bekannt zu machen?

Prof. Dr. Christoph E. Heyde: Die Facharztgruppe ist vielfältig vernetzt, häufig mit Patientenorganisationen, Selbsthilfegruppen, aber auch untereinander, letzteres auch fachübergreifend. Somit bieten sich viele Wege an, eine solche attraktive Veranstaltung zu bewerben: Unsere Kolleginnen und Kollegen können betroffene Patienten direkt ansprechen, die Information an regionale Selbsthilfegruppen oder Patientenverbände weitergeben oder den interkollegialen Austausch nutzen, auch über Fachgrenzen hinaus. Wege zum Weiterempfehlen gibt es viele. Viele Praxen und Einrichtungen sind in den sozialen Netzwerken unterwegs: Auch diese können genutzt werden, um den spannenden Inhalt unseres Events anzukündigen. Es stehen kostenfreie Veranstaltungsflyer zur Verfügung. Ärzte und Ärztinnen können diese bestellen und in ihren Wartezimmern in der Region Berlin-Brandenburg auslegen. Fachärzte für O und U sind die perfekten Multiplikatoren für den Patiententag. Mit deren Hilfe können wir viele Interessierte erreichen und für die Teilnahme gewinnen.

Kann man den Patiententag als eine Art Fortbildung für die Betroffenen verstehen und warum?

Prof. Dr. Ralph Gaulke: Die Themen und Vorträge sind stark an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet. Auf „Fach-Chinesisch“ wird bewusst verzichtet, um das Wissen um die Osteoporose von vielen Seiten auch für medizinische Laien verständlich zu beleuchten. Neben der Erläuterung der ärztlichen Therapie werden auch wertvolle Tipps zur Frage „Was kann ich selbst tun?“ gegeben. Die Veranstaltung kann daher zurecht als Fortbildung für Betroffene und Angehörige bezeichnet werden.

Was kam in den vergangenen Jahren bei den Teilnehmenden besonders gut an und gibt es das auch in diesem Jahr? Was gibt es Neues?

Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer: Neben vielen informativen Vorträgen zu Krankheitsbildern in O und U ist für die Besucher des Patiententags der Übungsteil immer ein Highlight auf der Veranstaltung. Neu in diesem JahrJahr, zu viel möchte ich jedoch noch nicht verraten, ist eine Informationsmappe für Patientinnen und Patienten, die an Osteoporose leiden oder sich präventiv mehr mit dem Thema beschäftigen möchten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Susanne Herda, Berlin, Öffentlichkeitsarbeit DGOU.

Quelle: OUMN 4/23

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