PresseDKOU

Preis zur Förderung der Versorgungsforschung

Mit dem Preis zur Förderung der Versorgungsforschung in Orthopädie und Unfallchirurgie würdigt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) herausragende, abgeschlossene wissenschaftliche Arbeiten über diagnostische, anwendungstechnische oder klinische Neuerungen in diesem Bereich.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und kann von der Jury geteilt werden.

Die Verleihung des Preises findet alle zwei Jahre auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) im Oktober statt.

Die wissenschaftliche Arbeit kann im vorangehenden Kalenderjahr in einer anerkannten deutsch- oder fremdsprachigen wissenschaftlichen Zeitschrift oder in Buchform erschienen sein. Auch unveröffentlichte Manuskripte können eingereicht werden. Bereits anderweitig ausgezeichnete Arbeiten oder solche, die zu einem anderen Preiswettbewerb angemeldet wurden, sind nicht zur Bewerbung zugelassen. 

Die Bewerbungsunterlagen sind zusammen mit dem ausgefüllten Datenschutzformular per Email und bitte ausschließlich als PDF bei der Geschäftsstelle der DGOU einzureichen.

Die Bewerbungsfrist wurde auf den 15. Juni verlängert.

2021

Dr. Josef Stolberg-Stolberg Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Dr. rer. nat. Jeanette Köppe, Westfälische Wilhelms-Universität Münster - (beide Erstautoren)

„Long-term mortality and complication rates after surgical treatment of proximal humeral fractures in the elderly“ 

(zum Abstract, der Originalartikel wird ab Dezember 2021 verfügbar sein)

Die proximale Humerusfraktur ist die dritthäufigste Fraktur des alten Patienten. Bisher existieren wenige, teils widersprüchliche klinische Arbeiten zur Überlegenheit der beiden häufigsten operativen Therapieverfahren: winkelstabile Plattenosteosynthese (WPO) und inverse Schulterprothese (ISE).

Von 1/2010 bis 9/2018 konnten Daten der AOK von 40.419 Patienten nach WPO und 13.552 nach ISE über eine mediane Zeit von 52 Monaten untersucht werden. Nach Adjustierung auf das individuelle Risiko zeigte die ISE eine signifikant niedrigere Mortalität, weniger MAEs und chirurgische Komplikationen.

Unsere Daten unterstützen den aktuellen Trend hin zur ISE nach komplexer proximaler Humerusfraktur beim älteren Patienten. Patientenindividuelle Therapiealgorithmen erlauben eine informierte Behandlungsentscheidung des Patienten und können zu einer Reduktion von Komplikationen und Mortalität führen.


2019

Prof. Dr. Thomas Gross vom Kantonspital Aarau in der Schweiz und seine Mitautoren Dr. Philipp Braken, Aarau, und Felix Amsler, Basel

„Simple modification of trauma mechanism alarm criteria published for the TraumaNetwork DGU® may significantly improve overtriage - a cross sectional study“

Ihre im Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine publizierte Studie ermöglicht praktische Konsequenzen sowohl aus ökonomischer (Ressourcenaufwand) als auch medizinischer Sicht (Leitlinienprüfung) und ist damit ein relevantes Beispiel für Versorgungsforschung mit der Fragestellung „Was kommt beim Patienten tatsächlich an?“


2017

Prof. Dr. Jörg Lützner mit dem EKIT-Projekt, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

„Indikationskriterien für den endoprothetischen Gelenkersatz bei Gonarthrose“

Das Team vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden wurde für seine Studie zum endoprothetischen Gelenkersatz bei Gonarthrose ausgezeichnet, die in Zusammenarbeit mit Vertretern von Fachgesellschaften, Kostenträgern und Patientenverbänden entstanden ist. Die Arbeit formuliert Kriterien dazu, wann bei Gonarthrose-Patienten die Voraussetzungen für eine Knie-Totalendoprothese gegeben sind. Zudem werden Risikofaktoren und Umstände beschrieben, die einen solchen Eingriff nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung zulassen. Die Studie hat damit die Grundlage dafür geschaffen, dass Knie-Totalendoprothesen deutschlandweit nach standardisierten Kriterien eingesetzt werden können.


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