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Pressemitteilung der DGOU

Kinderorthopädische Exzellenz formiert sich in Münster zum Weckruf an die Politik

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Zum Start des Kongresses für Kinder in Orthopädie und Unfallchirurgie in Münster sprach Minister Karl-Josef Laumann zur Zukunft der Kinderorthopädie und -unfallchirurgie in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Krankenhausreform. Sein Festvortrag wurde von mehr als 400 Kinderorthopäden und -unfallchirurgen mit Spannung erwartet. Denn das Ringen um tragfähige Strukturen für eine gute medizinische Versorgung von Kindern ist derzeit in vollem Gange und noch ist keine Lösung abzusehen. „Kinderorthopäden und -unfallchirurgen kämpfen unter hohem Kostendruck täglich um das Wohl der kleinen Patienten. Wir befürchten für das Fach weiterhin Unterfinanzierung, die zu weniger Abteilungen und Zentren speziell für Kinder führen wird“, sagt DGOU-Präsident Prof. Dr. Andreas Seekamp. Der Kongress wird initiiert von der Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO) und der Sektion Kindertraumatologie (SKT) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

„Die Bereiche der Kinder- und Jugendmedizin sind in der aktuellen Krankenhausreform auf Bundesebene als auch bei der Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung. Es ist erfreulich zu sehen, dass über 400 Kinderorthopäden und -unfallchirurgen sich aktiv für die medizinische Versorgung unserer jungen Patienten einsetzen. Die gesellschaftliche Verantwortung für eine gute Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die teuer und aufwändig in der Behandlung ist, ist uns bewusst. Die Neuausrichtung der kindermedizinischen Strukturen sollte dies im Blick haben, um längere Wartezeiten zu vermeiden und Eltern in Sorge um ihre Kinder zu entlasten“, sagt Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. 

Die beim Kongress anwesenden Ärzte und Ärztinnen machen sich im Alltag für die bestmögliche Versorgung von Kindern stark, denn diese sollen einen guten Start ins Leben haben. Die Mediziner behandeln auf höchstem medizinischen Niveau und mit großem Engagement beim individuellen Umgang mit den kleinen Patienten und ihren Eltern. Bei der Versorgung von Kindern bedarf es einer besonderen Expertise sowie spezieller struktureller und personeller Voraussetzungen in den Kliniken. Dieser Mehraufwand wird nur schlecht im aktuellen Gesundheitssystem abgebildet, sodass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in einzelnen Kliniken häufig defizitär ist. „Eine gute Versorgung von Kindern und die Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten ist auch immer an Ressourcen geknüpft, die die Gesellschaft zur Verfügung stellt. Bei Kindern haben wir es fast immer mit seltenen Erkrankungen zu tun, deren Behandlung sehr teuer und aufwändig ist“, sagt Prof. Robert Rödl, Kongresspräsident und Chefarzt der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie am Universitätsklinikum Münster.

Die Kinderorthopädie und -unfallchirurgie muss deshalb noch stärkere Berücksichtigung bei der Neuausrichtung der kindermedizinischen Strukturen im Rahmen der Krankenhausreform finden. Es geht darum, dass die Kinderunfallchirurgie und die kinderorthopädischen Abteilungen in Krankenhäusern in Zukunft finanziell abgesichert sein müssen, um die Behandlung von Kindern mit Krankheiten oder Schäden am Bewegungsapparat sicherzustellen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Wartezeiten sich verlängern und die Eltern in Sorge auf die Behandlung ihrer Kinder warten.

Hintergrund
Die deutschsprachige Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO) fördert Fortbildung und wissenschaftlichen Austausch von Kinderorthopäden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) ist sie als Fachgesellschaft verankert. Die Sektion Kindertraumatologie (SKT) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Behandlung von Verletzungen im Kindesalter und deren Folgezustände. 

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