PresseDKOU

Prof. Dr. Ingo Marzi

Prof. Dr. Ingo Marzi (* 1959) war 2017 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist seit 2001 Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt der Goethe-Universität, wo er auch eine Professur innehat.

Marzi war 2012 Präsident der European Society for Trauma and Emergency Surgery (ESTES) und leitete 2014 als Präsident den World Trauma Congress.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,


die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist im Jahr 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als Dach- und Mitgliedsgesellschaft erfolgreich gegründet worden. Mittlerweile kann die DGOU über 10.600 Mitglieder aufweisen. Sie ist damit die größte chirurgische Fachgesellschaft in Deutschland.

Orthopädie und Unfallchirurgie stellen sich somit gemeinsam als starkes und breit aufgestelltes Fachgebiet der Chirurgie dar. Dies beinhaltet das Selbstverständnis einer soliden chirurgischen Basisausbildung inklusive der Notfallchirurgie und Intensivmedizin im Common Trunk sowie die Möglichkeit einer Rotation in andere chirurgische Disziplinen, je nach Interesse und Berufsziel. Auch das eigentliche Kernfach Orthopädie und Unfallchirurgie wird nach dem Common Trunk umfassend durch einen breiten konservativen und operativen Weiterbildungskatalog vermittelt, so dass die zahlreichen Spezialisierungen immer auf einer soliden Grundlage stehen. Eine zu frühe Spezialisierung ohne eine chirurgische Grundweiterbildung würde diesen Anforderungen nicht genügen und letztlich das Risiko der Degradierung zu einem nicht mehr entscheidungsfähigen Operateur mit sich bringen. Diese Grundlagen des ärztlichen orthopädischen und unfallchirurgischen Wirkens müssen auch in der Novellierung der Weiterbildung weiter verankert bleiben.

Das Fach O und U deckt in seiner Breite die Prävention, die dezidierte Diagnostik, umfassende konservative Behandlungsverfahren sowie standardisierte und hoch spezialisierte Operationsverfahren und die Rehabilitation ab. Gerade diese Breite der Behandlung in Orthopädie und Unfallchirurgie erlaubt uns auch weiterhin umfassend ärztlich tätig zu sein, die Patienten zu beraten, die Indikationen zu stellen und die passenden Operationsverfahren nach bestem Wissensstand auszuwählen.

Die Aufgaben für das Fach O und U wachsen quantitativ immens an durch den demografischen Wandel und den damit einhergehenden sowohl konservativen als auch operativen Behandlungsbedarf. Durch zunehmende Weiterentwicklung schonender, teils minimal-invasiver Techniken und eine durchdachte perioperative Betreuung wird die Qualität der Versorgung der Patienten immer besser. Die Etablierung von Qualitätsinstrumenten in Registern der Fachgesellschaft trägt zu einer langfristig messbaren Qualitätsverbesserung bei. All dies zeigt den Ärzten des Faches O und U und dem studentischen Nachwuchs, dass dieses breit aufgestellte Fach hochattraktive und hervorragende Zukunftsperspektiven aufweist.

Dennoch steht auch das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie unter immer größer werdenden wirtschaftlichen Zwängen. Der Kostendruck in Kliniken und Praxen steigt kontinuierlich an, die Rationalisierung und Effizienzsteigerung stehen im Vordergrund, und der Administrationsanteil ist viel zu hoch. Dieses Geld fehlt aber für die eigentlich vordringlichste Aufgabe: die vertrauensvolle und aufgeklärte Behandlung der sich anvertrauenden Patienten.

Die praktische und wissenschaftliche Arbeit in der DGOU wird durch fast 40 teilweise eigenständig organisierte Sektionen und Arbeitsgemeinschaften, Ausschüsse und Vorstandsgremien geleistet. Diese engagierten und breit aufgestellten Gliederungen der DGOU bearbeiten die verschiedensten Aspekte des breiten Spektrums der orthopädisch-unfallchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten. Die professionelle Durchführung der Grundlagenforschung, der translationalen Forschung und der klinischen Forschung sind die Basis für die Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten.

Darüberhinaus werden von der DGOU sowie der DGOOC und der DGU strukturelle Fortentwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise die professionell arbeitenden Register zur Qualitätssicherung – wie das Traumaregister und das Endoprothesenregister –, die internationalen Kooperationen und die Definition von Leitlinien. Den Mitgliedern stehen somit weitreichende Möglichkeiten zur aktiven Partizipation offen.

Das Motto des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) lautet 2017 Bewegung ist Leben. Bewegung zu erhalten und Bewegung wiederherzustellen, das steht nicht nur im Mittelpunkt des Kongresses, sondern praktisch immer im Mittelpunkt unserer ärztlichen unfallchirurgisch-orthopädischen Tätigkeit. Gemeinsam mit Professorin Andrea Meurer und Professor Alexander Beck wollen wir im Oktober 2017 ein breites Forum zur Diskussion aller relevanten Aspekte unseres Faches anbieten. Das Gastland USA wird uns durch aktive Beteiligung in den internationalen Sitzungen unterstützen, ebenso wie weitere europäische und nationale Vereinigungen.

Ich bedanke mich für das Vertrauen, als Präsident der DGOU mit Ihnen gemeinsam diese vielfältigen Herausforderungen bearbeiten zu dürfen.

Ihr
Ingo Marzi

  • Translationale Polytraumaforschung: Frühdiagnostik inflammationsbedingter System-Reaktionen, Mikrozirkulationsstörungen und Organversagen
  • Experimentelle und klinische Studien zur Knochenregeneration und Stammzelltherapie
  • Wundheilung, Gewebeersatz und Infektsanierung
  • Kindertraumatologie
  • Wirbelsäulentraumatologie

Seit 2001
Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Frankfurt

1999 - 2001
Kommissarischer Direktor der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes

1996 - 1999
Leitender Oberarzt der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes

1986 - 1996
Assistenz- und Oberarzt der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums des Saarlandes

1985 - 1986
Assistenzarzt der Chirurgischen Abteilung des Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach

1984 - 1985
Stabsarzt in Kastellaun

seit 2001
Universitätsprofessor der Goethe-Universität in Frankfurt am Main

1998
Außerplanmäßiger Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes

1993
Habilitation im Fach Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes

1987 - 1988
Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Department of Pharmacology der University of North Carolina, USA

1985
Promotion im Fach Neurologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

1977 - 1983
Studium der Humanmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

  • 2010: Zusatzbezeichnung Sportmedizin
  • 2005: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • 2000: Zusatzbezeichnung Physikalische Therapie
  • 1996: Zusatzbezeichnung Handchirurgie
  • 1993: Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie
  • 1992: Fachkundenachweis Rettungsdienst
  • 1992: Facharzt für Chirurgie

2017
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)

seit 2015
Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)

2014
Kongresspräsident des World Trauma Congress (WTC)

2011
Präsident der Sektion Grundlagenforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)

2011
Präsident der European Society for Trauma & Emergency Surgery (ESTES)

2009 - 2014
Leiter des Wissenschaftsausschusses der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)


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