19.02.2020

Lesetipp OUMN

DGOU-Zukunftswerkstatt: O und U muss sich mit Fachexpertise Gehör verschaffen

© S. Meier

Strukturen und Regelungen hinsichtlich der Weiterbildung oder Patientenlenkung können alltägliche Prozesse ordnen und mitunter vereinfachen, sie können jedoch auch hemmende Knebel sein und sogar Fehlentwicklungen verfestigen. Deshalb müsse sich die Ärzteschaft verstärkt in den politischen Diskurs einbringen, um hinderliche bestehende sowie nahende Auswirkungen abzuwenden. Darüber waren sich die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) im November 2019 einig. Zu diesen und weiteren Diskussionsthemen ist in der neuen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) ein Artikel erschienen.

Erneut hatte die DGOU  über 20 Experten aus Politik, Kliniken und Krankenkassen zur jährlichen Zukunftswerkstatt geladen. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, wie sich aktuelle Regelungen in der Krankenhausverwaltung auf O und U auswirken und wie bekannte, oft nachteilige, Strukturen zum Besseren beeinflusst werden können. Bundestagsabgeordneter Dietrich Monstadt (MdB) appellierte an die Ärzteschaft, den engen Austausch mit der Politik zu suchen und aufzuzeigen, wo Änderungsbedarf besteht. Denn nur wenn die Bedürfnisse aus O und U hörbar zur Sprache kommen, können gesetzliche Regelungen mitgestaltet und im Sinne der Profession umgesetzt werden. Andernfalls müssten Ärzte hinnehmen, dass andere für sie entscheiden – ihnen bliebe dann nur noch, mit den Konsequenzen zurechtzukommen.

Beispielhaft und bereits gut gelungen sei laut Monstadt der gegenseitige Austausch bei der Errichtung des Implantateregisters Deutschland auf Grundlage des Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Insbesondere bei der Ausgestaltung des Notfallsanitätergesetzes sei nun aber der weitere kontinuierliche Input der Fachgesellschaften entscheidend und Monstadt erwarte diesbezüglich noch energischere und intensivere Gespräche. Auch Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, DGOU-Präsident 2020, bekräftigte, dass die Ausgestaltung des Fachs keinesfalls allein der „Politik überlassen“ werden dürfe und versicherte, sich mit vollem Einsatz um valide Daten zur Versorgungsforschung zu kümmern. Denn nur auf dieser Grundlage könne man Forderungen stellen.

Generell wurde aber auf der Zukunftswerkstatt auch verlangt, dass die © OUMNFachgesellschaften eigenständig-proaktiv Lösungen und zeitgemäße Strukturen schaffen, und das auf allen denkbaren Ebenen: von der Technologie über Personalfragen bis hin zur Klinikkultur. Welche Richtungen die Debatten um Versorgung, Weiterbildung und Klinikstrukturen jeweils einschlagen, gibt der OUMN-Artikel "Weniger Versorgungsflatrate – mehr Qualität“ (© DGOU und BVOU [2020] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2020]. All rights reserved.) wieder.

Autor:  Angelika Julius

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