11.09.2019

Qualität und Sicherheit

Rheumatologen aktualisieren Leitlinie zu Morbus Bechterew

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Die axiale Spondyloarthritis (SpA), bekannt unter dem Namen Morbus Bechterew, ist eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung. Aufgrund ihrer unspezifischen Symptome bleibt sie besonders in ihrer frühen Form häufig lange unerkannt. Die aktualisierte Leitlinie „Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen“ soll nun dazu beitragen, den Zeitraum bis zur Diagnose weiter zu verkürzen. An der Aktualisierung haben neben der federführenden Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 13 medizinische Fachgesellschaften mitgewirkt, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Chronische Rückenschmerzen werden bei SpA-Patienten häufig als nicht spezifische Kreuzschmerzen fehlgedeutet, es komme dann weder zu einer klaren Diagnose noch zu einer effektiven Therapie. Im fortgeschrittenen Stadium führe die Erkrankung zu Knochenneubildungen an der Wirbelsäule und den Kreuz-Darmbein-Gelenken (Sakroiliakalgelenken), was erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit sich bringe. „Durch einen schnellen Therapiebeginn können die rheumatischen Symptome frühzeitig gelindert und die Verknöcherung der Wirbelsäule so lange wie möglich hinausgezögert werden", heißt es in der Pressemitteilung der DGRh.

Die im Jahr 2013 publizierte S3-Leitlinie habe dazu beigetragen, dass sich die Versorgungsqualität in Deutschland gebessert habe. „Innerhalb von 20 Jahren ist der Anteil der Patienten, die innerhalb eines Jahres die SpA-Diagnose erhalten haben, von 30 auf 50 Prozent angestiegen“, sagt PD Dr. Uta Kiltz, Oberärztin am Rheumazentrum Ruhrgebiet und Koordinatorin der Leitlinie.

In ihrer frühen Form sei die SpA nur schwer von unspezifischem Kreuzschmerz zu unterscheiden – es gilt daher, potenziell gefährdete Patienten aus einer sehr großen Gruppe von Menschen mit Rückenleiden herauszufiltern. Betroffen sind typischer Weise junge Menschen zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT seien für eine abschließende Diagnose unerlässlich – auch wenn sie nicht immer einfach zu interpretieren sind. „Die Aktualisierung der Leitlinie sieht daher vor, dass eine abschließende Diagnose immer rheumatologisch gesichert werden sollte“, sagt Kiltz.

Erste Anzeichen, die nicht spezifischen Rückenschmerz von SpA unterscheiden, seien nächtliche Schmerzen, ein morgensteifer Rücken und die Beobachtung, dass die Schmerzen durch Bewegung und nicht etwa durch Ruhe nachlassen. Die weitere Behandlung der Patienten sollte dann in Absprache mit einem Rheumatologen erfolgen. Er kann die Therapie mit Ärzten anderer Fachrichtungen abstimmen, da SpA nicht selten beispielsweise mit Haut- oder Darmerkrankungen einhergeht.

„Das Update der Leitlinie betont das interdisziplinäre Vorgehen bei Begleiterkrankungen und das Langzeit-Management des Morbus Bechterew“, ergänzt Prof. Dr. Martin Aringer, Präsident der diesjährigen Tagung der DGRh. Gerade, wenn viele Begleiterkrankungen vorliegen, sei es für die Behandlungsqualität entscheidend, dem Patienten eine zentrale Anlaufstelle zu bieten.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

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